Zuletzt aktualisiert: 23. September 2026 · Version: 1.1
- OpenAI rollt seit dem 21. September 2026 ein Datenschutzzentrum in ChatGPT aus.
- Es bündelt Erklärungen und Wege zu bestehenden Einstellungen für Erinnerung, personalisierte Werbung, Standort, temporäre Chats, verbundene Apps, Mehrfaktor-Authentifizierung, Modellverbesserung sowie Datenexport und Kontolöschung.
- Die eigentlichen Schalter bleiben in den ChatGPT-Einstellungen. Das Öffnen des Datenschutzzentrums ändert oder löscht nichts.
- Der Rollout gilt für angemeldete Nutzer von Free, Go, Plus, Pro und Business auf Web, iOS und Android. Enterprise, Edu und ChatGPT for Healthcare sind nicht Teil dieses Rollouts.
- Für Unternehmen verbessert die Funktion vor allem Orientierung und Schulung. Administratorrichtlinien, Aufbewahrungsvorgaben und vertragliche Prüfungen ersetzt sie nicht.
Der geschäftliche Nutzen liegt in einer verständlicheren Kommunikation: Beschäftigte finden relevante Optionen schneller, während IT und Datenschutz klarer zeigen können, welche Einstellungen individuell und welche zentral gesteuert werden. Für ChatGPT Business sollte das Datenschutzzentrum deshalb als Schulungs- und Orientierungsebene in bestehende Workspace-Regeln eingebettet werden.
Datenschutz, IT und interne Kommunikation sollten den Rollout gemeinsam testen: Welche Optionen sehen persönliche Konten und Business-Konten tatsächlich? Welche Einstellungen dürfen Beschäftigte selbst ändern? Und wo gelten weiterhin verbindliche Workspace-, Aufbewahrungs- oder App-Richtlinien? Erst danach sollte das Datenschutzzentrum in Schulungsunterlagen oder Freigabeprozesse aufgenommen werden.
Was OpenAI eingeführt hat
OpenAI hat das neue Privacy Center in ChatGPT am 21. September 2026 in den offiziellen Release Notes angekündigt. Es wird schrittweise für angemeldete Nutzer von ChatGPT Free, Go, Plus, Pro und Business ausgerollt. Unterstützt werden die Weboberfläche sowie die Apps für iOS und Android. In der Desktop-App kann ein Eintrag im Hilfemenü das Datenschutzzentrum im Browser öffnen.
Auf dem Web ist der Weg über das Kontomenü, Help und anschließend Privacy Center vorgesehen. Auf Mobilgeräten liegt der Eintrag in den Einstellungen. Dass ein Nutzer die Funktion noch nicht sieht, ist deshalb nicht automatisch ein Fehler: Verfügbarkeit und angezeigte Optionen können von Tarif, Region, Konto, App-Version und Workspace-Vorgaben abhängen.
Die wichtigste Einschränkung steht ebenfalls in der Ankündigung: ChatGPT Enterprise, Edu und ChatGPT for Healthcare sind nicht Teil dieses Rollouts. Für diese Angebote gelten weiterhin die jeweiligen Administrations-, Vertrags- und Datenschutzprozesse.
Was sich ändert – und was nicht
Das Datenschutzzentrum schafft eine neue Orientierungsebene. Es beschreibt Optionen in verständlicher Form und führt Nutzer mit einer Schaltfläche wie Manage zur bereits vorhandenen Einstellung. Die eigentlichen Kontrollen bleiben im Einstellungsmenü von ChatGPT.
| Das Datenschutzzentrum leistet | Das Datenschutzzentrum leistet nicht |
|---|---|
| Datenschutzoptionen erklären und bündeln | Einstellungen automatisch ändern |
| Zur passenden Einstellung oder Funktion führen | Daten allein durch das Öffnen löschen |
| Unterschiede zwischen Themen sichtbar machen | Workspace-Richtlinien oder Aufbewahrungsvorgaben überschreiben |
| Zugänge zu Datenschutzinformationen und Anfragen zeigen | Eine DSGVO-Freigabe oder technische Compliance-Bescheinigung erzeugen |
Die Tabelle eignet sich damit zugleich als Schulungsfolie: links die sichtbare Nutzerhilfe, rechts die Entscheidungen, die weiterhin bei IT, Datenschutz und Workspace-Verantwortlichen liegen.
Drei Bereiche bündeln die wichtigsten Optionen
1. Personalisierte Chats und Werbung
Unter Personalized chats & ads erläutert OpenAI Einstellungen zu Erinnerungen, personalisierter Werbung und Standortfreigaben. Nutzer können von dort zu den jeweils verfügbaren Kontrollen wechseln. Wichtig ist die Trennung zwischen Chatverlauf und Erinnerung: Das Löschen eines Chats entfernt laut OpenAI nicht automatisch eine separat gespeicherte Erinnerung.
Personalisierte Werbung kann nach OpenAI-Angaben für geeignete Free- und Go-Konten relevant sein. Business, Enterprise, Edu und ChatGPT for Healthcare zeigen keine Werbung. Unternehmen sollten deshalb Schulungsunterlagen nicht pauschal für alle Kontotypen formulieren.
2. Privatsphäre einzelner Chats
Der Bereich Chat privacy erklärt den temporären Chat und ermöglicht den Start einer neuen temporären Unterhaltung. Nach der aktuellen OpenAI-Dokumentation zu Temporary Chat kann der Nutzer vor Gesprächsbeginn zwischen einer personalisierten und einer nicht personalisierten Variante wählen. Die personalisierte Variante darf vorhandene Erinnerungen, Custom Instructions und Plugins nutzen; beide Varianten erzeugen oder aktualisieren während des temporären Chats keine Erinnerungen und werden nicht zur Modellverbesserung verwendet. Wird der Chat nicht als reguläre Unterhaltung gespeichert, kann OpenAI eine Kopie bis zu 30 Tage für Sicherheitszwecke aufbewahren. Ein temporärer Chat ist daher weder technisch spurenlos noch automatisch für vertrauliche Unternehmensdaten freigegeben.
3. Datennutzung und Zugriff
Unter Data use & access bündelt OpenAI Hinweise zu verbundenen Apps und Plugins, Mehrfaktor-Authentifizierung, Modellverbesserung, Datenexport und Kontolöschung. Für berechtigte persönliche Konten kann die Einstellung Improve the model for everyone festlegen, ob neue Inhalte zur Verbesserung von OpenAI-Modellen verwendet werden. Wird sie ausgeschaltet, bleiben neue Unterhaltungen dennoch im Chatverlauf, sofern sie nicht als temporärer Chat geführt oder gelöscht werden.
Für verwaltete Konten gelten zusätzliche Grenzen. Nach OpenAI-Angaben ist der Selbstbedienungs-Datenexport beispielsweise nicht für ChatGPT Business, Enterprise oder Healthcare verfügbar; die eigenständige Kontolöschung steht in verwalteten Workspaces nicht zur Verfügung. Solche Vorgänge gehören deshalb in den Prozess der Organisation und nicht in eine allgemeine Endnutzeranleitung.
Datenschutzzentrum und Privacy Portal sind nicht dasselbe
Die ähnliche Benennung kann zu Fehlannahmen führen. Das neue Datenschutzzentrum ist Teil von ChatGPT und hilft beim Verständnis sowie beim Auffinden von Einstellungen. Das separate OpenAI Privacy Portal dient dagegen dazu, Datenschutzanfragen einzureichen – etwa zum Datenzugang, zur Kontolöschung oder zur Entfernung personenbezogener Informationen aus Antworten.
Für Business- und andere Unternehmensangebote verweist OpenAI bei organisationsbezogenen Daten auf die zuständige Organisation und die vertraglichen Regelungen. Ein Mitarbeiter sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass jede Anfrage zu einem Firmenkonto über das Verbraucherportal abgewickelt wird.
Was das für DACH-Unternehmen bedeutet
Für deutsche, österreichische und schweizerische Unternehmen liegt der kurzfristige Nutzen vor allem in besserer Nutzeraufklärung. Datenschutztexte werden wirksamer, wenn Beschäftigte nicht nur eine Richtlinie erhalten, sondern die tatsächlich sichtbaren Einstellungen und deren Grenzen verstehen. Das Datenschutzzentrum kann dafür eine gute Einstiegshilfe sein.
In einem ChatGPT-Business-Workspace kann die Organisation beeinflussen, welche Funktionen verfügbar sind und wie Daten aufbewahrt oder geprüft werden. Deshalb braucht die Endnutzeransicht eine betriebliche Übersetzung: Wer verantwortet Rollen und App-Freigaben, welche Datenklassen sind zulässig und welcher Prozess gilt für Löschung, Auskunft oder Eskalation?
Das gilt besonders bei verbundenen Apps. Eine verständliche Übersicht über Berechtigungen ersetzt weder die technische Freigabe von Konnektoren noch die Prüfung des konkreten Datenflusses. Wie solche Kontrollen systematisch umgesetzt werden können, zeigt der AI-Fabrik-Beitrag Privacy Guardrails: Wie KI-Systeme Datenschutz automatisch durchsetzen.
Ein schlanker Vier-Punkte-Check für IT und Datenschutz
- Kontotypen getrennt testen: Persönliches Konto und ChatGPT Business nicht in einer gemeinsamen Anleitung vermischen. Sichtbare Funktionen und Verantwortlichkeiten dokumentieren.
- Ist-Zustand sichern: Modellverbesserung, Erinnerung, temporäre Chats, Apps, Exportmöglichkeiten und MFA für die freigegebenen Kontotypen erfassen.
- Unternehmensregeln danebenstellen: Für jede sichtbare Nutzeroption festhalten, welche zentrale Richtlinie, Aufbewahrungsvorgabe oder Freigabe weiterhin gilt.
- Schulung aktualisieren: Mit Screenshots aus dem eigenen Workspace erklären, was Beschäftigte selbst steuern dürfen, was die Organisation vorgibt und wohin Datenschutzanfragen geleitet werden.
Der Check sollte nicht nur die Oberfläche bestätigen. Ein belastbarer Test prüft auch, ob ein geänderter Schalter tatsächlich das erwartete Verhalten zeigt und ob die interne Dokumentation zwischen persönlichem und verwaltetem Konto sauber unterscheidet.
FAQ
Warum sehe ich das Datenschutzzentrum noch nicht?
OpenAI rollt die Funktion schrittweise aus. Sichtbarkeit und verfügbare Optionen hängen von Tarif, Region, Konto, App-Version und Workspace-Einstellungen ab.
Löscht das Ausschalten der Modellverbesserung bestehende Chats?
Nein. Laut OpenAI verhindert die Einstellung für berechtigte persönliche Konten, dass neue Unterhaltungen zur Modellverbesserung verwendet werden. Sie löscht weder bestehende Chats noch entfernt sie diese aus dem Verlauf.
Was passiert, wenn ich einen temporären Chat speichere?
Das Speichern wandelt ihn in einen regulären Chat um. Ab diesem Zeitpunkt gelten die normalen Personalisierungs-, Modellverbesserungs- und Aufbewahrungseinstellungen des Kontos beziehungsweise Workspaces.
Wie dokumentiert ein Unternehmen den Rollout sinnvoll?
Praktikabel sind ein datierter Screenshot je freigegebenem Kontotyp, der dokumentierte Workspace-Status, ein verantwortlicher Prozess-Owner sowie ein Verweis auf Datenklassen-, App- und Aufbewahrungsregeln. So bleibt nachvollziehbar, was Nutzer sehen und welche zentrale Vorgabe gilt.
Fazit
Das Datenschutzzentrum verbessert die Orientierung, nicht die Governance selbst. Unternehmen sollten jetzt die sichtbaren Optionen prüfen, mit ihren Workspace-Regeln abgleichen und erst danach Schulung und Freigabe aktualisieren.
Weiterführende Artikel auf AI-Fabrik
- Privacy Guardrails: Wie KI-Systeme Datenschutz automatisch durchsetzen – für technische Kontrollen rund um personenbezogene Daten.
- ChatGPT Work im Unternehmen: Was Langzeit-Agenten für Prozesse und Governance bedeuten – für Rollen, Datenzugriffe und kontrollierte Agentennutzung.
- OpenAI Data Agent: Was ChatGPT Work für Unternehmensdaten verändert – für die Governance verbundener Datenquellen und Apps.
Quellen
- OpenAI Help Center: Privacy Center in ChatGPT, abgerufen am 23. September 2026.
- OpenAI: ChatGPT Release Notes, Eintrag vom 21. September 2026.
- OpenAI: ChatGPT Business Release Notes, Eintrag vom 21. September 2026.
- OpenAI Help Center: How OpenAI handles data in consumer services.
- OpenAI Help Center: Data controls in ChatGPT.
- OpenAI Help Center: Temporary chat in ChatGPT, aktualisiert im September 2026.
- OpenAI Help Center: Data access for your managed ChatGPT account.





