Zuletzt aktualisiert: 22. September 2026 · Version: 1.1
- Microsoft integriert eine Webansicht mit mehreren Tabs in die Copilot-Desktop-App für Windows und macOS. Webseiten erscheinen neben dem Gespräch.
- Die Funktion baut auf einer seit März 2026 für Windows Insider erprobten Seitenansicht auf. Microsoft dokumentiert inzwischen die Unternehmensrichtlinie
BrowsingEnabled. - Für Unternehmen zählt vor allem, ob Copilot Seiteninhalte lesen darf und welche lokalen Sitzungs-, Cookie- und Formulardaten gespeichert oder übernommen werden können.
- Die Webansicht in der App ist nicht gleichzusetzen mit dem agentischen „Browse with Copilot“ in Microsoft Edge.
Mitarbeitende können Recherchequellen neben dem Copilot-Chat öffnen, prüfen und – nach Freigabe – für Rückfragen als Kontext nutzen. Das kann den Wechsel zwischen Browser und KI-App verringern. Der Geschäftswert hängt jedoch von einer sauberen Trennung zwischen gewöhnlichem Browsing, freigegebenem Seitenkontext und automatisierten Browseraktionen ab.
IT-Verantwortliche sollten zunächst Client-Version und Richtlinienzustand prüfen, dann den Zugriff auf sensible Webanwendungen in einem kleinen Pilot testen. Eine Lizenz-, Datenschutz- oder Sicherheitsfreigabe lässt sich aus der neuen Oberfläche allein nicht ableiten.
Für einen Pilot mit fünf bis zehn Nutzern: Copilot-App-Version erfassen, BrowsingEnabled festlegen, mit öffentlichen Quellen und einer internen Testseite arbeiten und dokumentieren, wann Nutzer die Freigabe für Seitenkontext erteilen. Erst nach der Prüfung von Cookies, Sitzungstrennung und Datenaufbewahrung auf weitere Gruppen ausweiten.
Was Microsoft eingeführt hat
Ein Klick auf einen Link aus dem Copilot-Gespräch kann die Webseite in einer Seitenansicht innerhalb der App öffnen. Microsoft beschrieb dieses Verhalten am 4. März 2026 für Windows Insider: Mehrere Tabs bleiben einer Unterhaltung zugeordnet und sind beim erneuten Öffnen der Unterhaltung wieder erreichbar. Mit Zustimmung des Nutzers kann Copilot den Kontext dieser Tabs verwenden, etwa um Inhalte zusammenzufassen oder Fragen dazu zu beantworten. Microsoft nennt in derselben Ankündigung eine optionale Synchronisierung von Passwörtern und Formulardaten. Welche Daten im konkreten Fall synchronisiert werden können, hängt von Client, Kontotyp, Freigabestatus und geltenden Richtlinien ab und sollte im Mandanten überprüft werden.
Die aktuelle Einordnung zur tab-basierten Webnavigation betrifft die Copilot-Desktop-App für Windows und macOS. In seiner Richtliniendokumentation führt Microsoft BrowsingEnabled für beide Systeme ab Version 152 auf. Die Richtlinie steuert, ob Webnavigation innerhalb der App verfügbar ist. Ist sie deaktiviert, ist diese Funktion gesperrt. Die tatsächliche Sichtbarkeit kann zusätzlich vom gestaffelten Rollout abhängen; die Dokumentation allein belegt keine Freischaltung für jeden Mandanten am selben Tag.
Der Unterschied zu Edge ist entscheidend
Ein Browser-Tab in Copilot ist zunächst eine Oberfläche zum Anzeigen und Navigieren von Webseiten. „Browse with Copilot“ in Microsoft Edge beschreibt dagegen eine gesonderte, experimentelle Funktion, bei der Copilot nach einem Nutzerauftrag selbst klickt, tippt und Tabs navigiert. Auch die Edge-Richtlinie AllowBrowsingWithCopilot ist eine andere Steuerung als BrowsingEnabled der Copilot-App. Wer beide Produkte in einer Richtlinie oder Schulung zusammenfasst, kann Nutzerrechte und Erwartungen falsch einordnen.
| Frage | Copilot-App mit Webansicht | Edge „Browse with Copilot“ |
|---|---|---|
| Primärer Zweck | Webseiten neben dem Chat anzeigen und, mit Zustimmung, als Kontext verwenden | Webseiten im Browser auf Nutzerauftrag bedienen |
| IT-Steuerung | BrowsingEnabled für die Copilot-App |
Eigene Edge-Richtlinien und Domänensteuerung |
| Prüffrage | Welche Tabs, Cookies und Seiteninhalte gelangen in den Arbeitskontext? | Welche Aktionen darf Copilot auf welchen Webseiten ausführen? |
Was das für DACH-Unternehmen bedeutet
Ein Einkaufsteam könnte eine Copilot-Antwort zu einer Lieferantenrecherche neben den Originalquellen prüfen. Der Vorteil liegt im schnelleren Quellenabgleich: Aussagen lassen sich direkt mit geöffneten Webseiten vergleichen. Die parallele Anzeige der Quellen erhöht die Nachprüfbarkeit, garantiert aber keine korrekte Copilot-Antwort. Quellen können veraltet sein; Inhalte hinter Logins können vertrauliche oder personenbezogene Daten enthalten.
Die zentrale Governance-Frage lautet daher: Welche Inhalte darf ein Mitarbeiter im Copilot-Kontext öffnen und für eine Zusammenfassung freigeben? Für Datenschutz und Informationssicherheit sind besonders Sitzungen in HR-, CRM- und Finanzsystemen relevant. Ob für einen konkreten Einsatz eine Datenschutz-Folgenabschätzung, Betriebsratsbeteiligung oder zusätzliche Vertragsprüfung erforderlich ist, hängt vom tatsächlichen Datenfluss und Einsatzszenario ab. Das sollte die Organisation anhand ihrer bestehenden Regeln prüfen. Eine vertiefte Orientierung zu Arbeitskontext, Berechtigungen und Datenregeln bietet Microsoft Copilot: Datenschutz und Compliance.
Datenklassen für den ersten Pilot
| Datenklasse | Empfehlung im Pilot |
|---|---|
| Öffentliche Webseiten | Zulassen und Quellenabgleich testen |
| Synthetische interne Testdaten | Zulassen und Kontextfreigabe dokumentieren |
| Interne Wissensseiten ohne personenbezogene Daten | Nur nach fachlicher Freigabe |
| CRM-, HR-, Finanz- und Kundenportale | Zunächst ausschließen |
| Administrationsoberflächen und Secrets | Ausschließen |
Diese Einteilung ist eine redaktionelle Pilotempfehlung, keine von Microsoft vorgegebene Produktgrenze. Für die praktische Einführung von Konto, Lizenz und App hilft der Beitrag Microsoft Copilot einrichten: Konto, Lizenz, App und erster Test.
Vier Schritte für einen kontrollierten Test
- Technikstand dokumentieren: Windows- und macOS-Client, Version, Rollout-Status und den tatsächlichen Wert von
BrowsingEnablederfassen. „Nicht konfiguriert“ ist laut Microsoft nicht mit „deaktiviert“ gleichzusetzen. - Datenklassen auswählen: Zunächst nur öffentliche Webseiten und synthetische interne Testdaten einsetzen. Produktive HR-, Kunden- und Finanzdaten erst nach fachlicher und datenschutzbezogener Freigabe einbeziehen.
- Nutzerfluss beobachten: Linköffnung, mehrere Tabs, Wiederaufnahme einer Unterhaltung, Kontextfreigabe sowie Abmeldung und Browserdaten auf einem verwalteten Gerät prüfen.
- Go/No-Go festhalten: Nutzen beim Quellenabgleich, Verständlichkeit der Freigabe, Richtlinienwirkung und Support-Aufwand dokumentieren. Bei unklarer Sitzungstrennung oder unerwartetem Kontextzugriff den Einsatz begrenzen.
Für die erste Entscheidung genügt ein kleiner, dokumentierter Pilot statt eines breiten Rollouts. Zwei reale Rechercheaufgaben mit klaren Soll-Antworten reichen für einen ersten Vergleich zwischen Copilot-App und bisherigem Browser-Arbeitsablauf. Entscheidend ist, ob Nutzer Quellen besser prüfen und dabei die Datenregeln einhalten.
FAQ
Ersetzt die Copilot-App Microsoft Edge?
Nein. Die integrierte Webansicht erleichtert das Öffnen von Webseiten neben einem Copilot-Gespräch. Edge bietet eigenständige Browserfunktionen und separate Verwaltungsrichtlinien.
Darf Copilot alle geöffneten Tabs automatisch auswerten?
Microsoft beschreibt für Tabs einer Unterhaltung einen Zugriff auf den Seitenkontext mit Zustimmung des Nutzers. Unternehmen sollten die konkrete Freigabe und Richtlinienwirkung in ihrer Client-Version testen.
Wie schaltet die IT das Browsing ab?
Microsoft dokumentiert die Richtlinie BrowsingEnabled für die Copilot-App ab Version 152 auf Windows und macOS. Wird sie deaktiviert, ist die Webnavigation innerhalb der App laut Richtliniendokumentation gesperrt.
Fazit
Tabs in der Copilot-App machen Quellenarbeit im Chat bequemer. Für Unternehmen ist der nächste Schritt ein eng begrenzter Test der Seitenkontext-Freigabe und der App-Richtlinie. Erst wenn dabei Datenfluss und Nutzerverhalten klar sind, lohnt sich eine breitere Freigabe.
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- Microsoft Copilot Funktionskompass: Welche Funktion eignet sich wofür? – für die Einordnung anderer Copilot-Funktionen.
- Microsoft Copilot: Datenschutz und Compliance – für Berechtigungen, Arbeitskontext und Datenregeln.
- Microsoft Copilot einrichten: Konto, Lizenz, App und erster Test – für die technische Vorbereitung.
- Microsoft Copilot im Unternehmen einführen: Pilot, Governance und Skalierung – für den Rollout nach dem Test.





