In 30 Sekunden
- Google hat am 5. November 2026 Gemini Omni 1.2 Flash allgemein verfügbar gemacht: Videos mit bis zu 15 statt 10 Sekunden, Änderungen im Dialog und laut Google genauer befolgte Referenzen.
- 720p kostet rund 0,07 US-Dollar je Sekunde, etwa 30 Prozent weniger als bei Version 1.1. Ein voller 15-Sekunden-Clip liegt mit rund 1,04 US-Dollar aber auf dem Niveau des bisherigen 10-Sekunden-Clips.
- Ab dem 3. Dezember 2026 leitet die Gemini API Anfragen an Omni 1.1 Flash automatisch auf 1.2 um. Für laufende Integrationen ist das die eigentliche Frist.
- Für DACH bleiben drei Grenzen: Hochgeladene Videos lassen sich im EWR und in der Schweiz nicht bearbeiten, nur Englisch ist voll unterstützt, und Google Cloud nennt ausschließlich den globalen Endpunkt.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
- Plattformteam, bis Mitte NovemberAlle Aufrufe von
gemini-omni-1.1-flasherfassen, auch in Skripten und Tools einzelner Fachbereiche. - Plattformteam und Marke, vor dem 3. DezemberEin festes Prompt-Set auf beiden Versionen laufen lassen und auf die neue Modell-ID wechseln, bevor Google umleitet.
- FachbereichDen Einsatz vorerst auf neu generierte Clips begrenzen. Vorhandene Videos weiterzubearbeiten ist in DACH laut Dokumentation nicht möglich.
- DatenschutzEndpunkt, Datenresidenz und die Einstellung
storeentscheiden, bevor Referenzmaterial mit Personen- oder Kundenbezug hochgeladen wird.
Wer Omni 1.1 Flash in eine Anwendung eingebaut hat, muss nichts tun, damit sich das Modell ändert. Genau das ist das Risiko dieses Updates: Am 3. Dezember liefert dieselbe Modell-ID Ergebnisse eines anderen Modells, zu anderen Preisen und mit teilweise anderen Grenzen. Marken- und Freigabeprozesse, die auf das Verhalten von 1.1 abgestimmt sind, merken das erst am Ergebnis.
Für neue, kurze Clips ist Omni 1.2 Flash ein sinnvolles Upgrade mit überschaubarem Risiko. Für die Überarbeitung bestehender Videos und für deutschsprachige Dialoge liefert die Dokumentation in DACH dagegen noch keine belastbare Grundlage.
Was Google bei Gemini Omni 1.2 Flash geändert hat
Die Release Notes der Gemini API führen gemini-omni-1.2-flash seit dem 5. November 2026 als allgemein verfügbar. Google kündigte das Modell am selben Tag an, der Beitrag im Google-Cloud-Blog trägt das Datum 6. November. Der vollständige Produktname enthält den Zusatz „Flash“; ein größeres Modell „Omni 1.2“ haben wir in den Quellen nicht gefunden.
Die dokumentierten Änderungen betreffen vor allem den Produktionsablauf:
Die übrigen Verbesserungen sind Herstellerangaben ohne veröffentlichte Messwerte: weniger Drift zwischen Einstellungen, natürlichere Sprache, präziserer Lip-Sync und besser steuerbare Kamerabewegungen. Als Felder mit weiterem Entwicklungsbedarf nennt Google schnelle Sportszenen, schnelle Skriptwechsel und komplexe Physik.
Fachbereiche erreicht das Modell auch ohne API-Projekt: Google nennt Flow, Google Ads, die Gemini-App und Google Vids, wo 15-Sekunden-Clips mit Google-Konto oder Workspace-Abo ohne Aufpreis entstehen sollen. Eine Nutzungsregel, die nur die API abdeckt, greift deshalb zu kurz. In der Gemini-App läuft der Rollout der 15-Sekunden-Videos laut Google an Ultra-Abonnenten; die Einbindung in Gemini for business ist laut Cloud-Blog noch angekündigt.
Die Umleitung am 3. Dezember ist die eigentliche Frist
Ab dem 3. Dezember 2026 werden Anfragen an gemini-omni-1.1-flash automatisch an 1.2 weitergeleitet und zu dessen Preisen abgerechnet. Eine Möglichkeit, 1.1 darüber hinaus festzuhalten, nennen Release Notes und Preisseite nicht. Die Angabe stammt aus der Gemini-API-Dokumentation; wer über Google Cloud zugreift, sollte das Datum für seinen Zugang separat bestätigen lassen.
Redaktionelle, schematische Darstellung nach der Gemini-API-Dokumentation, kein Produkt-Screenshot.
- Google5. November 2026Allgemeine Verfügbarkeit in der Gemini API
- Unsere EmpfehlungBis Mitte NovemberAufrufe der alten Modell-ID erfassen
- Unsere EmpfehlungVor dem 3. DezemberTesten und selbst auf die neue ID wechseln
- Google3. Dezember 2026Automatische Umleitung auf 1.2
Ein Detail verdient bei der Prüfung besondere Aufmerksamkeit. Die aktuelle Dokumentation begrenzt Verlängerungen auf insgesamt 30 Sekunden. In unserem Enterprise-Check zu Omni 1.1 Flash standen im August nach damaligem Dokumentationsstand 40 Sekunden. Wer längere Sequenzen aus mehreren Schritten aufbaut, sollte diese Kette gezielt testen, statt von gleichem Verhalten auszugehen.
Kosten: 30 Prozent günstiger heißt nicht 30 Prozent weniger Budget
Laut Preisseite der Gemini API sinkt der Video-Output von 17,50 auf 12,00 US-Dollar je Million Tokens. Eingaben bleiben bei 1,50 US-Dollar, Text-Output einschließlich Thinking-Tokens bei 9,00 US-Dollar. Eine kostenlose Stufe gibt es für das Modell nicht. Aus den veröffentlichten Tokens je Sekunde ergeben sich folgende Ausgabekosten:
| Auflösung | Tokens je Sekunde | je Sekunde | 15-Sekunden-Clip |
|---|---|---|---|
| 360p | 1.931 | ca. 0,023 USD | ca. 0,35 USD |
| 720p | 5.792 | ca. 0,07 USD | ca. 1,04 USD |
| 1080p (hochskaliert) | 8.688 | ca. 0,10 USD | ca. 1,56 USD |
| 4K (hochskaliert) | 17.376 | ca. 0,21 USD | ca. 3,13 USD |
Die Tabelle zeigt Listenpreise der Gemini API, Stand 6. November 2026, ohne Eingaben, Thinking-Tokens und Wiederholungen. Für Google Cloud nennt der Blog 0,07 US-Dollar je 720p-Sekunde; die Tarife der übrigen Auflösungen konnten wir dort nicht auslesen.
Budgetwirksam ist vor allem die Clip-Länge. Ein 10-Sekunden-Clip in 720p kostete bisher rund 1,01 US-Dollar, ein 15-Sekunden-Clip kostet jetzt rund 1,04 US-Dollar. Wer die neue Länge ausschöpft, spart pro Clip also kaum etwas, und die verdoppelten Rate Limits heben zugleich die technische Obergrenze des Verbrauchs. Budgetgrenzen sollten deshalb vor dem Wechsel stehen.
Ausgabekosten je 720p-Clip, eigene Rechnung aus den Listenpreisen; ohne Eingaben, Thinking-Tokens und Wiederholungen.
Rechner: Ausgabekosten für Ihre Clips
Der Rechner multipliziert Tokens je Sekunde, Clip-Länge und 12,00 US-Dollar je Million Video-Output-Tokens. Eingaben, Thinking-Tokens und Wiederholungen sind nicht enthalten. Bei 1080p und 4K nimmt er an, dass das Hochskalieren wie eine volle Ausgabe abgerechnet wird. Eingaben werden nicht gespeichert.
Illustrative Modellrechnung, keine Messwerte: Acht 360p-Entwürfe mit 15 Sekunden und eine finale 1080p-Fassung ergeben rechnerisch rund 4,34 US-Dollar an Ausgabekosten, sofern das Hochskalieren wie eine volle 1080p-Ausgabe abgerechnet wird. Ob das zutrifft, sollte ein Pilot an der tatsächlichen Abrechnung prüfen. Die wichtigere Kennzahl bleibt der Aufwand bis zum freigegebenen Clip, einschließlich Prüfzeit von Marke, Fachredaktion und Recht.
Provisioned Throughput ist für gelegentliche Nutzung kaum die passende Wahl. Google nennt 685 Tokens je Sekunde pro GSU, seiner Kapazitätseinheit, und zählt ein Video-Output-Token achtfach. Nach unserer Rechnung bindet eine Sekunde 720p-Video damit rund 68 GSU-Sekunden, ein 15-Sekunden-Clip etwa 17 Minuten Kapazität einer GSU. Das ist nur eine Größenordnung für die erste Bedarfsschätzung.
Der DACH-Realitätscheck: Drei Grenzen bleiben
Gemini API und Google Cloud sind nicht deckungsgleich
Für die Plattformentscheidung ist wichtig, dass sich die beiden Zugänge in der Dokumentation unterscheiden. Teilweise widersprechen sich die Angaben sogar:
| Prüfpunkt | Gemini API | Google Cloud |
|---|---|---|
| Region | keine Region auf der Omni-Seite genannt | nur global |
| Upload-Grenze EWR/Schweiz | dokumentiert | Modellseite ohne Aussage, am eigenen Zugang testen |
| Provisioned Throughput | nicht unterstützt | verfügbar |
| Audioreferenzen | nicht unterstützt | Blog: nur per Allowlist; Modellseite: Audio-Eingabe nicht unterstützt |
| Herkunftssignale | SynthID | SynthID, zusätzlich C2PA Content Credentials genannt |
Die Tabelle gibt die Modellseite auf Google Cloud und die API-Dokumentation zum 6. November wieder. Beschaffung und Plattformteam sollten strittige Punkte schriftlich bei Google klären und anschließend nur einen Zugang verbindlich festlegen. Beide Modellseiten nennen außerdem nur die Formate 16:9 und 9:16; quadratische oder 4:5-Anzeigen brauchen weiterhin einen Zuschnitt.
Governance: Dialogbearbeitung und Datensparsamkeit stehen im Zielkonflikt
Die Bearbeitung im Dialog setzt voraus, dass der Verlauf gespeichert bleibt. Eine Aufbewahrungsdauer nennen die ausgewerteten Seiten nicht.
Standard: Laut Googles Dokumentation zu Zero Data Retention ist store in der Interactions API standardmäßig aktiv; Prompts, Antworten und Konversationsstatus werden gespeichert.
Abgeschaltet: Wer store=false setzt, kann ein erzeugtes Video laut API-Dokumentation in späteren Schritten nicht mehr bearbeiten.
Verarbeitungsort. Auf Google Cloud ist für Omni 1.2 Flash nur der globale Endpunkt dokumentiert, und globale Endpunkte bieten laut Google keine regionale Isolation und keine Datenresidenz-Garantie. In den dortigen Tabellen zur Verarbeitung in der EU taucht Omni nicht auf. Das schließt den Einsatz nicht aus, verlangt aber eine dokumentierte Entscheidung zu Datenklassen, Auftragsverarbeitung und Drittlandtransfer.
Kennzeichnung. SynthID ist für Betrachter unsichtbar. Seit dem 2. August 2026 müssen Betreiber Deepfakes nach Artikel 50 des EU AI Act jedoch klar erkennbar kennzeichnen. Ob ein Clip darunterfällt, entscheiden Inhalt und Kontext; unsere Einordnung zur KI-Kennzeichnung nach Artikel 50 beschreibt die Entscheidungspfade.
Mitbestimmung. Wird die Videoerzeugung intern breit ausgerollt und protokolliert, sollte in Deutschland außerdem früh geprüft werden, ob der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG zu beteiligen ist.
Positiv für die Vertragsprüfung: Daten aus dem Paid Tier nutzt Google laut Preisseite nicht zur Produktverbesserung. Das ersetzt keine Prüfung des Auftragsverarbeitungsvertrags.
Was die Quellen nicht hergeben
Für Version 1.2 haben wir keine unabhängigen Benchmarks gefunden, und Google veröffentlicht in der Ankündigung nur qualitative Vergleiche. Die im Cloud-Blog zitierten Stimmen von Artlist, Photoroom, Picsart, invideo und anderen sind von Google ausgewählte Kundenaussagen. Die abgerufene Modellkarte von Google DeepMind beschreibt noch Omni Flash und 1.1 Flash und nennt Grenzen bei Konsistenz über Bearbeitungen hinweg, komplexer Bewegung und korrekt gerendertem Text. Ob 1.2 diese Grenzen messbar verschiebt, muss der eigene Test zeigen.
Auch die Formulierung, das Modell lasse sich in Agenten einbetten, verdient eine Präzisierung. Die Modellseite weist Function Calling, Structured Output, System Instructions und Batch Inference als nicht unterstützt aus. Omni kann also als Werkzeug von einem Agenten aufgerufen werden, steuert selbst aber keine Abläufe. Massenläufe über Nacht müssen Teams mangels Batch-Tarif über normale Einzelaufrufe abbilden.
So sieht ein belastbarer Regressionstest aus
Hypothetisches Beispiel
Ein Hersteller von Haushaltsgeräten erzeugt über die API kurze Produktclips im Hochformat aus freigegebenen Produktfotos. Vor dem Wechsel nimmt das Team drei typische Aufträge: einen Produktspin, eine Szene mit Hintergrundwechsel und eine aus mehreren Schritten verlängerte Sequenz.
Eigenes, hypothetisches Beispiel, kein Praxisbericht.
Für die Entscheidung genügen fünf Fragen:
- Bleiben Produktform, Logo und Pflichttexte gegenüber der Referenz korrekt?
- Wie viele Versuche braucht ein freigabefähiger Clip je Version?
- Was kostet ein freigegebener Clip laut tatsächlicher Abrechnung, einschließlich Hochskalieren und Prüfzeit?
- Funktionieren Verlängerungsketten, Fehlerbehandlung und Rate-Limit-Regeln unverändert?
- Sind Modellversion, Prompt, Referenzen und Freigabe je Clip nachvollziehbar protokolliert?
Fällt eine dieser Fragen negativ aus, ist vor dem 3. Dezember ein Plan für den Prozess nötig, etwa strengere Abnahmen oder ein vorübergehend gestoppter automatischer Lauf. Unternehmen ohne laufende Omni-Integration haben diesen Zeitdruck nicht und können denselben Test ohne Frist als Pilot nutzen.
FAQ zu Gemini Omni 1.2 Flash
Ist 4K bei Gemini Omni 1.2 Flash nativ?
Nein. Die Dokumentation führt 1080p und 4K als hochskalierte Ausgaben. Mehr Pixel garantieren daher nicht mehr tatsächliche Szenendetails.
Lässt sich Omni 1.2 Flash kostenlos testen?
Über die Gemini API nicht, denn das Modell hat dort keine kostenlose Stufe. Für Google Vids nennt Google 15-Sekunden-Clips ohne Aufpreis mit Google-Konto oder Workspace-Abo. Ob das im eigenen Tenant und in der eigenen Region greift, sollte die Workspace-Administration prüfen.
Gilt die Upload-Grenze im EWR auch für Referenzbilder?
Dokumentiert ist sie für das Bearbeiten und Verlängern hochgeladener Videos. Referenzbilder bleiben grundsätzlich möglich, mit den genannten Einschränkungen bei Minderjährigen und erkennbaren Personen.
Fazit: Upgrade einplanen, Erwartungen an DACH begrenzen
Gemini Omni 1.2 Flash macht kurze Videos günstiger und erlaubt längere Clips in einem Durchgang. Für Unternehmen mit bestehender Integration fällt die wichtigste Entscheidung deshalb vor dem 3. Dezember: selbst kontrolliert wechseln oder sich von Googles Umleitung überraschen lassen. Wir empfehlen den kontrollierten Wechsel.
Wer neu einsteigt, startet am besten mit neu generierten Produkt- oder Erklärclips ohne Personenbezug und ohne deutsche Dialoge.
Die nächste Entscheidung liegt beim Datenschutz: Ist der globale Endpunkt für die vorgesehenen Datenklassen vertretbar? Erst danach lohnt sich die Frage nach Volumen und reservierter Kapazität.
Quellen
Google: Ankündigungen (Herstellerangaben)
- Google: Gemini Omni 1.2 Flash: Fast and cost-effective with longer clips, 5. November 2026
- Google Cloud: Gemini Omni 1.2 Flash now GA, 6. November 2026
Google: Dokumentation
- Google AI: Gemini API Release Notes, Eintrag vom 5. November 2026
- Google AI: Generate and edit videos with Gemini Omni Flash, abgerufen am 6. November 2026
- Google AI: Gemini Developer API Pricing, abgerufen am 6. November 2026
- Google Cloud: Gemini Omni 1.2 Flash, Modelldokumentation, abgerufen am 6. November 2026
- Google Cloud: Provisioned Throughput, Supported Models, abgerufen am 6. November 2026
- Google Cloud: Data residency, abgerufen am 6. November 2026
- Google Cloud: Gemini Enterprise Agent Platform and zero data retention, abgerufen am 6. November 2026
- Google DeepMind: Gemini Omni Flash Model Card, Stand August 2026
Behörden
- Europäische Kommission: Quick Facts: Transparency rules for AI systems, abgerufen am 6. November 2026



